Ende des analogen Telefonierens bis 2018

Görlitz, 23. August 2016. IP-Telefonie galt lange Zeit etwas für internetaffine Bastler und Eigenbrötler, dass sich diese Technik einmal durchsetzen wird, hat wohl vor etwa zehn Jahren niemand ernsthaft behaupten wollen. IP steht dabei für Internet Protokoll - ein Regelwerk, welches im Internet für die Übertragung von Daten verantwortlich ist. Dennoch hat IP Telefonie nicht viel gemeinsam mit dem, was man zunächst mit "Internettelefonie" in Verbindung bringt: ausgestattet mit Mikrofon und Kopfhörer vor einem Computer zu sitzen und mit jemand anderem kommunizieren, der dieselbe Technik benutzt. Moderne IP-Telefonie hat damit wirklich nicht mehr viel gemein und ist höchst komfortabel.
Abbildung: Ob beruflich oder im privaten Bereich, die Zeiten des analogen Telefonnetzes gehen auch in Ostsachsen zu Ende.

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Telekom stellt klassisches Festnetz ein

Das Festnetz, wie man es kennt, wird es bald nicht mehr geben. Die Telekom stellt in den kommenden Jahren alle Anschlüsse auf sogenannte IP-Technik um. Für den Verbraucher bedeutet dies zunächst einmal, dass das Telefon nicht mehr wie bislang an die herkömmliche TAE-Buchse oder in eine ISDN-Box angeschlossen wird, sondern direkt in den Router oder ein VoIP fähiges Kabelmodem. Um Telefonieren zu können und auch um jederzeit Anrufe annehmen zu können, muss der Router dementsprechend die ganze Zeit über eingeschaltet sein.

Was ändert sich für den Verbraucher?

Im Gegensatz zum analogen Telefonieren wird die Sprache bei IP-Telefonie in Datenpakete zerlegt und so über das Internet übertragen. Ein Telefonanschluss auf Basis einer Internetverbindung wird in Zukunft also für jeden eine Voraussetzung sein, ohne diesen wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, zu telefonieren. Auch die bisher genutzten Telefone sind demnächst ohne einen entsprechenden Adapter nicht mehr zu gebrauchen. Spezielle IP-Telefone wie etwa das Snom IP Telefon benötigen hingegen keinen Adapter und ermöglichen neue Funktionen wie etwa HD-Voice.

Welche Vorteile hat IP-Telefonie?

Jede Umstellung auf neue Technik hat Vor- und Nachteile. Da IP-Telefonie jedoch zukunftsweisend ist und auf bestehender Netz-Technologie beruht, überwiegen die Vorteile hier in jedem Fall.

Zu den Vorteilen von IP-Telefonie gehören unter anderem:

  • Ein IP-Telefonanschluss lässt sich prinzipiell überall dort nutzen, wo eine Internetverbindung besteht - also auch grundsätzlich auf dem Smartphone und vor allem weltweit.
  • IP-Telefonie ist in jedem Fall günstiger als das bisherige Telefonieren mit dem Festnetz. Unter Umständen - wenn zwei Nutzer denselben Anbieter in Anspruch nehmen - fallen gegebenenfalls sogar gar keine Kosten für Gesprächsverbindungen an.
  • IP-Telefonie ist zukunftsorientiert: Videokonferenzen, Multimedia Kommunikation oder auch eine bessere Sprachqualität (HD-Voice) sind problemlos mit dieser Technik möglich.

Was müssen Verbraucher bei der Umstellung beachten?

Bis 2018 will die Telekom nun alle analogen Anschlüsse auf IP-Telefonie umstellen, der genaue Umstellungstermin wird den einzelnen Haushalten frühzeitig mitgeteilt. Das Ganze kann sicherlich als einer von vielen Bausteinen in Sachen digitale Agenda gesehen werden. Ob sich preislich bei einer Vertragsumstellung etwas tut, kann jetzt noch nicht genau gesagt werden, es kommt darauf an, ob entsprechende Verträge mit derzeitigen Kosten- und Gebührenmodellen angeboten werden. Unter Umständen kann es Sinn machen und sich auch finanziell auszahlen, den bestehenden Telekommunikationsanbieter im Zuge der Umstellung zu wechseln.

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  • Erstellt am 23.08.2016 - 09:56Uhr | Zuletzt geändert am 23.08.2016 - 10:33Uhr
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